Tagesberichte 02. – 06.01.2012

Posted by on 12. Januar 2012

02.01.2012
Am 02.01. brachen wir nach frostigem Frühstück (Auto war wieder eingefroren, ergo: Eiskratzer usw.) Richtung Fort Bou Jerif auf.
Das erste Hindernis war es, den Weg durch Marrakesch zu finden. Dies ist uns auch fast geglückt, allerdings fanden wir uns auf einer kleineren Straße in Richtung der Berge des Hohen Atlas wieder.
Uwe kannte da eine Abkürzung – diese endete nach etlichen Kilometern über immer kleiner werdende Schotterpisten in der “marokkanischen Walachei”.
Nach demokratischer Abstimmung mit dem Kollegenteam aus Göttingen (Uwe war dagegen!) und der Rückfahrt, nun auf immer breiter werdenden Schotterstraßen, kamen wir auf einer alternativen Route nach Agadir.
Die zügige Weiterfahrt über nun sehr gut ausgebaute Straßen führte uns über Tiznit nach Guelmim. Trotz gutem Vorwärtskommens erreichten wir den Treffpnkt zur Sonderprüfung “4WD-Strecke mit Flußdurchfahrt” leider deutlich zu spät. Nach einer ungeplanten aber intensiven Besichtigung des Straßennetzes von Guelmim (Ja, die Beschilderung ist hier etwas sparsamer als zu Hause), erreichten wir auf normaler Schotterpiste den Campingplatz am Fort Bou Jerif.

03.01.2012
Angekündigt durch österreichische Gäste sollten die Nachttemperaturen etwa 5°C betragen. Scheinbar haben österreichische Thermometer eine andere Null-Punkt-Kalibrierung, denn das Auto war, wie gewohnt, morgens mal wieder vereist.
Gegen 9.00h brachen wir dann über die wilde 4WD-Piste inkl. Flußdurchquerung auf in Richtung Laayoune. Der Wüstenbenz teilte unbeeindruckt die Wassermassen und mit trockenen Füßen erreichten wir das andere Ufer (offensichtlich haben wir kein Unterboden-Cabrio).
In Tan-Tan, einer Stadt mit sehr viel Militär, durchfuhren wir zunächst das Tor zur Sahara. Danach kamen wir in die West-Sahara und die Gegend wurde zunehmend schroffer und “wüstiger”. Nach insgesamt 410 Kilometern flotter Fahrt inkl. Kaffeepause an den steilen Klippen der Atlantikküste, erreichten wir das Camp Bedouin mitten in den Dünen und ebenfalls nur über eine Piste zu erreichen. Am Abend genehmigten wir uns ein leckeres Berber-Menü (Kamel in Dattel-Sesam-Sauce) im Beduinenzelt.

04.01.2012
Nach der ersten frostfreien Nacht in Afrika (Geht doch!) nahmen wir die 550 Kilometer nach Dakhla in Angriff.
Gute Straße durch immer einsamere Wüstengebiete Richtung Süden, entlang der Atlantikküste.
Marokko unternimmt sehr viel, um den Zuzug von Marokkanern in die West-Sahara attraktiv zu gestalten. Die Städte sind modernst gebaut mit bis zu 8-spurigen Prachtstraßen (allerdings völlig ohne Verkehr), aufwändiger Straßenbeleuchtung und modernen Häusern. Die Spritpreise sind subventioniert auf paradiesische, umgerechnete 52 ct./Liter (Geht also auch!).
Unser Zielort Dakhla ist das aufstrebende “Ibiza” Marokkos, allerdings völlig ohne Bier! Unser Campingplatz lag 50 m vom feinsandigen Strand entfernt. Die Wellen hier sind surftauglich und werden insofern auch besurft.
Man sollte allerdings auch wassertemperaturbedingt nur mit Neopren-Anzug ins Wasser gehen.

05.01.2012
Ruhetag, im wahrsten Sinne des Wortes, in Dakhla.
Jürgen hat wegen Erkältung den meisten Teil des Tages schlafend im Zelt verbracht, während Uwe faulenzend herumgesessen hat.
Gegen 14.30h konnte er sich jedoch aufraffen und die letzte vernünftige Einkaufsmöglichkeit der Tour nutzen, um die Vorräte an Brot, Wasser und Sprit aufzufüllen. Die allabendliche Ansprache unseres Tourführers Florian stimmte uns auf die bevorstehenden (mentalen) Strapazen des Grenzübertritts ein.

06.01.2012
Aufbruch zwei Stunden vor Sonnenaufgang Richtung Mauretanien.
Sehr flotte Fahrt im (lockeren) Konvoi Richtung Grenze nach Mauretanien (hier unten gibt es keine Polizeikontrollen mehr).
Letztes Auftanken kurz vor der Grenze, dann vorziehen zum Warten. Nach überdurchschnittlich schneller Abfertigung auf marokkanischer Seite bei der Abfertigung (nur 2 Stunden), durchfuhren wir das verminte Niemandsland auf einer ungepflegten und überdies stark ausgefahrenen Piste bis an die mauretanische Grenze zwecks Einreise.
Dieses Niemandsland gleicht einem Schrottplatz mit Autowracks, Altreifen und sonstigem Müll.
An der mauretanischen Grenze mussten wir insgesamt 4 1/2 Stunden auf den Abschluß der Grenzformalitäten warten. Für hiesige Verhältnisse eine äußerst zügige Grenzabwicklung.
Danach ging es dann in Konvoifahrt unter Militärschutz nach Nouadibou, und zwar auf dem schnellsten Weg auf den bewachten Campingplatz. Nach allgemeiner Begrüßung hatten wir hier nun die Möglichkeit Geld zu tauschen.
Am Abend wurde dann ein gemeinsames Abendessen organisiert. Es gab für 50 Personen Hühnchen mit Pommes und Zwiebeln – zubereitet auf sage und schreibe 2 Gasflammen!